Lederarten

Kalbsleder (Boxcalf)

Viele hochwertige Herrenschuhe und Damenhandtaschen werden aus Boxcalf gefertigt, denn dessen Oberfläche ist sehr fein gemasert. Die Anzahl der Hautporen bleibt bei Rinderhaut im Laufe des Lebens unverändert. Dadurch liegen die Poren bei Kälbern dichter zusammen – auf gleicher Hautfläche ist die Porenzahl 3-3,5 mal so hoch. Kalbsleder wird bei der Herstellung chromgegerbt, durchgefärbt oder nur grundiert und fühlt sich anschließend schmiegsam aber trotzdem straff an.

Rindsleder (Rindbox)


Rindbox wird aus Rinderhäuten hergestellt und für festeres Gebrauchsschuhwerk, Riemen, Sattel, Möbel- oder Autopolster verwendet. Es hat eine massivere Struktur als Kalbsleder, bleibt aber trotzdem biegsam. Es wird auch genauso gegerbt wie Boxcalf, unterscheidet sich jedoch in Faserdicke und Fläche deutlich.

Die Fläche einer Rindshaut beträgt ca. 5 Quadratmeter. Davon sind zwischen 55 und 70% als Leder nutzbar. Da Rindfleisch weltweit in großen Mengen konsumiert wird, fällt auch viel Rindsleder an.

Ziegenleder (Chevreau)

Bei Chevreau handelt sich um ein chromgegerbtes und durchgefärbtes extrem feines Oberleder. Seine Oberfläche ist glatt, weich, geschmeidig und weist eine charakteristische Faltenbildung auf. Am besten ist es, wenn es von jungen Zicklein stammt. Die Häute älterer Ziegen weisen stärkere und gröbere Narben auf.

Pferdeleder (Chordovan)


Der Name stammt von der spanischen Stadt Córdoba, die sich früher auf die Herstellung von Ziegenleder spezialisiert hatte. Cordovan steht für die Hinterpartie von Rosshäuten. Pferdeleder gehört zu den teuersten Ledern, denn aus einer Pferdehaut lässt sich nur recht wenig Leder gewinnen (pro Tier zwischen einer DIN A4 und einer DIN A2 Seite) und die Nachfrage übersteigt das Angebot. Seine Stärke liegt zwischen 1,6 und 1,8 Millimetern, steht jedoch der Geschmeidigkeit von Kalbsleder in nichts nach. Es wird hauptsächlich für Schuhe verwendet.

Krokodilleder

Für Krokodilleder wird die Haut von Krokodiljungtieren verwendet. Bei ausgewachsenen Exemplaren sind die Schuppen bereits so groß und kräftig, dass sie bei der Verarbeitung leicht brechen würden. Unbeschädigte Krokodilhäute sind selten, die Einfuhr um den Artenschutz zu wahren streng reglementiert.

Schweinsleder von Haus- (Porc) und Wildschweinen (Peccary)

Schweinsleder ist durchaus strapazierfähig und formbeständig. Meist ist das glänzende Leder an seinem durch die Papillen bedingten Narbenbild zu erkennen.
Schweinsleder ist sehr fetthaltig und weniger reissfest und kommt darum nicht an die Qualität von Rinder-, Ziegen- oder Pferdeleder heran. Es ist aber in großen Mengen vorhanden und wird häufig in günstigen Straßenschuhen oder in Bekleidung verarbeitet.